Die 5. Kernobstschau im BBM-Einrichtungshaus
am 9. und 10. Oktober 2010

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Der Pomologe Horst Friedrich (l.) und
die Obstbauexpertin Ingrid Rudolf im Fachgespräch... |
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...und hier mit den Kleingärtnern |
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Der Fachberater des Regionalverbandes
beobachtet den Pomologen und lernt dazu |
Eigentlich ist das Jahr 2010 kein richtiges
Kernobstjahr. Viele Hobbygärtner klagen über zu wenige Früchte an ihren
Bäumen, bzw. frühzeitiges Abfallen. Der Regionalverband der Gartenfreunde
Parchim überlegte bereits, diese Schau abzusagen. Doch zum Glück entschied
man sich anders. Im BBM-Einrichtungshaus wurde eine kleine, aber dennoch
sehr feine Ausstellung heimischen Kernostes präsentiert. „Rund 500 Früchte
von 40 verschiedenen Sorten hatten die Kleingärtner bereit gestellt“,
freute sich die stellvertretende Regionalverbandsvorsitzende Cindy
Schultz. Gemeinsam mit der Geschäftsstellenleiterin Barbara Schuldt und
dem BBM-Einrichtungshaus hatte sie die Schau vorbereitet. Besonders
gefragt war am Sonnabend das Bestimmen der Früchte.
Der Verband hatte dazu den Pomologen Horst Friedrich aus Güstrow sowie Ingrid Rudolf
gewinnen können. Letztere war über drei Jahrzehnte die Leiterin des
Obstbaubetriebes in Ruthen und daher ebenfalls eine Expertin. „Um die
Früchte zu bestimmen, werden der Geschmack getestet sowie Farbe und Form
der Früchte begutachtet. Blütenkelch und Stielansatz sind ebenso wichtig
wie das Kerngehäuse, das erst nach dem Aufschneiden sichtbar wird“,
erklärte die Expertin. Wie das geschieht, war bei Horst Friedrich sehr gut
zu sehen. Geduldig erläuterte er die Sorte, sprach über das Aussehen und
die Geschichte der jeweiligen Sorte und zeigte auf die Anordnung der Kerne
im Gehäuse. „Bei einigen reifen Sorten, wie bei den Prinzenäpfeln, liegen
die Kerne relativ locker und klappern beim Schütteln der Frucht“, erklärt
der Pomologe. Mitunter aber fällt auch ihm das Bestimmen nicht leicht.
Manch ein Gärtner hatte nur ein oder zwei Früchte mit, oder sie waren zu
klein. Außerdem fehlten mitunter Angaben über den Baum und dem Standort.
„Je nach Bodenqualität, Wuchshöhe und Standort können die Sortenmerkmale
variieren“, erzählt Friedrich. Aber nicht nur Sortenbestimmungen gibt es
an diesem Tag. Auch Hinweise zur Pflege und zu Pflegemaßnahmen gibt es.
Was ist Pflück- und was ist die Genussreife? „Es ist falsch, dass einige
Sorten Frost bekommen sollen, damit sie besser schmecken. Eigentlich
sollten lagerfähige Sorten, wie der Boskoop, bis Ende Oktober gepflückt
werden. Dann haben sie ihre Pflückreife und die Genussreife ist dann
durchaus, bei richtiger Lagerung, bis März vorhanden“, so der Pomologe.
Unter den vielen Besuchern dieser Kernobstschau auch einige Fachberater
von Vereinen des Regionalverbandes sowie Günter Lambrecht. Letzterer ist
der Fachberater des Regionalverbandes, der sich über diese
Experteninformationen vor Ort sehr freute und etliches dazu lernte. Im
kommenden Jahr, so Lambrecht, plant der Landesverband der Gartenfreunde
Mecklenburg und Vorpommern e.V. sogar ein Seminar im Parchimer Verband
durchzuführen.
Unter den rund 40 Sorten, die im BBM-Einrichtungshaus zu sehen waren, war
die die Goldparmäne die älteste Apfelsorte. Sie wurde bereits im um 1500
im Mittelalter gezüchtet. Den schwersten Apfel hatte Willi Jahnke aus
Parchim zu bieten. 300 Gramm wog das Exemplar der Sorte Antonovka. Manfred
Egerland vom Verein „Vietingseck“ in der Kreisstadt hatte dagegen mit 400
Gramm die schwerste Birne zu bieten.
So eine Kernobstschau gibt auch einen sehr guten Überblick über die in der
Region wachsenden Sorten. „Heute werden oft Sorten gezüchtet und in
Großmärkten angeboten, die vor allem auf hohen Ertrag ausgelegt sind, da
geraten andere Sorten leider in Vergessenheit“, sagt Ingrid Rudolf. Ältere
Sorten findet man meist in besonders guten Baumschulen oder auch auf
Streuobstwiesen, weiß die Expertin.
Michael-Günther Bölsche

Ein Blick auf die Kernobstschau


